> Home > Musik > Stories
 
Stories
 
Rechenzentrum
Reinhold Köhler
 
5 Fragen an Mark Weiser von RECHENZENTRUM

Ihr habt gerade ein neues CD-DVD-Package namens „Director’s Cut“ veröffentlicht. Was gibt es darauf denn zu sehen und zu hören?

Zu hören gibt es eine Mischung aus allen modernen Musikrichtungen: Dub, Minimal Techno und diverse Soundscapes. Es geht uns in erster Linie darum, bei den Leuten im Kopf einen Film ablaufen zu lassen. Deshalb haben wir auch mal eine DVD gemacht.

Besteht die DVD aus Konzertmitschnitten, oder ist ein erzählerischer Film entstanden?

Es ist ein richtiger Film, ohne Interaktivität oder sonstige Specials. Jedes Musikstück verfügt über ein zentrales, inhaltliches Bild, das für die DVD filmisch umgesetzt wurde. Die einzelnen Kurzfilme gehen dann nahtlos ineinander über, so dass eine Dramaturgie entsteht. Es geht hier also nicht um einen Konzertmitschnitt, sondern darum, mittels Klängen und Bildern eine Geschichte zu erzählen, die man sich abends gerne im Fernseher anschaut.

Ist der Name Rechenzentrum auch Programm? Ist Produzieren für euch eher eine Sache von Wissenschaft oder von Kunst?

Der Name Rechenzentrum ist eher ein humoristischer Fingerzeig. Wir sind keine Computer-Nerds oder Hacker-Typen. Der Rechner ist für uns einfach nur ein Werkzeug, das wir benutzen, um unsere Ideen umzusetzen. Allerdings tun wir auch nichts gegen einen eventuellen Ruf als Nerds. Warum auch?

Seht ihr eure Kompositionen eher als Konstruktionen oder als Dekonstruktionen vorhandener Sounds?

Eigentlich beides. Zuerst konstruiert man diverse Klanggerüste, um sie dann wieder zu dekonstruieren. Es geht uns auch darum, dass die Klänge keinen Widererkennungswert mehr besitzen. Wir wollen ja nicht musikalisch zitieren, sondern uns ganz dem Klang an sich widmen können.

Das hört sich dann im Endeffekt meist sehr kontemplativ an. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, auch Club-kompatible Musik zu machen?

Eigentlich interessiert uns das nicht wirklich, da wir auch sonst keine großen Clubgänger sind. Aber wir probieren immer wieder unterschiedliche Kombinationen von Klängen und Rhythmen, so dass es schon einmal sein kann, dass wir unsere Klangwelt mit einer Club-kompatiblen 4/4-Bassdrum mischen. So etwas kann man dann sogar mal in einem Club auflegen, zumindest bekommen wir oft Anfragen von DJs, die unsere Platten in ihre Sets einbauen wollen. Vielleicht werden wir ja sogar mal ein Album mit solchen Tracks zusammenstellen.

 
 
 
Zurück