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Moby
Reinhold KöhlerA Abschnitt
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„Wenn George Bush die nächsten Wahlen gewinnt, werde ich die USA verlassen“

Moby zwischen Pop und Prophezeiung

Pop-Törtchen Britney Spears nannte ihn einmal „einen so gutherzigen Typen“, während ihm Weißbrot-Rapper Eminem bei der Verleihung der MTV Music Awards schon einmal Prügel androhte: Die Rede ist von Richard Hall aka Moby. Der New Yorker Klangästhet und Lokal-Patriot, der sich durch mittlerweile sechs Alben in die Elite der erfolgreichsten Produzenten und DJs aller Zeiten programmiert hat, ist jedoch trotz medialer Omnipräsenz bescheiden geblieben. Kaum ein Künstler entwickelte seiner Umwelt gegenüber eine dermaßen ausgeprägte Sensibilität wie er, und so ist es kein Wunder, dass sein letztes Album „18“ stark von den Ereignissen des 11. Septembers 2001 geprägt ist. Moby hatte sich über Monate in sein New Yorker Appartement zurückgezogen, um seinen Schmerz und das erlittene Trauma in Töne, Rhythmen und Harmonien zu fassen. Nun veröffentlicht er ergänzend eine Doppel-DVD, die dem Phänomen Moby nicht nur biographische Einsichten verleiht, sondern auch all jene musikalischen Kostbarkeiten enthält, die bei der Zusammenstellung von „18“ durch das geschmackliche Raster gefallen sind.

Grund genug, mit Richard Hall über den Inhalt der DVD, seine schauspielerischen Fähigkeiten, die Folgen des WTO-Anschlages und seine Enttäuschung über den US-Präsidenten zu sprechen.

Pünktlich zu Weihnachten veröffentlichst du nun ein umfangreiches DVD-CD-Package mit Videos, Interviews, Sketchen, Live-Mitschnitten, Fotos und B-Seiten deines „18“-Albums. Hat sich bei dir so viel Material angesammelt, oder spekulierst du damit auf ein gutes Weihnachtsgeschäft?

Im Grunde geht es darum, dass sich so viel Musik angesammelt hat, die ich gerne mit den Leuten teilen will, dass es nun an der Zeit war, diese zu veröffentlichen. Und dafür ist die DVD ein gutes Format, weil da viel mehr drauf passt, als auf eine Audio-CD. Stoff für eine Doppel-DVD gab es jedenfalls genug, wie z.B. Videos, Comedy-Szenen, Live-Aufnahmen, Outtakes und Single-B-Seiten. Warum sollte das alles unbeachtet bei mir zuhause herumliegen?

Du scheinst ja auch deine Fähigkeiten als Comedian entdeckt zu haben und schlüpfst in kurzen Sketchen in viele unterschiedliche Charaktere....

Nun ja, ich denke nicht, dass ich wirklich schauspielern kann. Ich sitze nur oft gelangweilt in irgendwelchen Hotelzimmern, mache die Videokamera an und schaue, was passiert.

So scheint es aber auch so manchem Hollywood-Star zu gehen...

Tja, es gibt eine lange Tradition, in der Musiker immer wieder versuchen, zu schauspielern und in der Regel sind sie darin wirklich verdammt schlecht. Da bin ich keine Ausnahme, und deshalb werde ich auch nicht versuchen, in irgendwelchen Filmen mitzuspielen.

Was treibt dich denn nun dazu, B-Seiten zu veröffentlichen? B-Seiten heißen ja eigentlich deshalb so, weil sie eben nicht für die A-Seite taugen.

Ich bin jemand, der Tag und Nacht unermüdlich in seinem Studio sitzt und an Musik arbeitet. So entstehen eben Tonnen von Stücken. Auf eine CD passen aber nur 70 Minuten, und so ist es schon sehr schwierig, für ein Album die richtige Auswahl zu treffen. Vor allem bleibt dann immer so viel tolles Material übrig, dass es mir an der Zeit erschien, dies nun auch öffentlich zugänglich zu machen. Für mein Album „18“, auf dem 18 Tracks drauf sind, habe ich über 100 aufgenommen. So waren ganze 82 Songs für den Papierkorb. Zu schade, wenn sie dort alle geblieben wären.

 
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