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Terranova
Reinhold Köhler
 
5 Fragen an FETISCH aka TERRANOVA

Das letzte Terranova-Release bestand aus B-Seiten und Remixen. Nun sind auf deinem neuen Album „Peace Is Tough“ erneut sechs Remixe älterer Produktionen vertreten. Man könnte denken, dir fällt nichts mehr ein...

Mit der B-Seiten-Geschichte habe ich nichts zu tun, das hat ein englisches Label unautorisiert veröffentlicht. Inzwischen beschäftigen sich die Anwälte mit der Sache. Da handelte es sich zum Teil um alte Demo-Versionen, die sie einfach von einem Tape heruntergezogen und auf CD gepresst wurden. Die hätten niemals herauskommen sollen. Eine Horror-Platte – nicht kaufen! Für das neue Album hätte ich zwar genügend Stücke gehabt, aber ich hatte so viele Anfragen nach älteren Sachen, die meist nur auf Vinyl und in einer limitierten Auflage von unter 1000 Stück erhältlich waren, dass ich mich dazu entschlossen habe, die Raritäten nochmal mit auf die Platte zu packen.

Dein neues Album nennt sich „Peace Is Tough“. Dabei geht man doch im allgemeinen davon aus, dass Krieg viel härter ist...

Peace ist echt super tough. Schau dich mal um, wie scheinheilig unsere ach so friedliche Welt ist. Vor zwei Jahren hatte alles hier in Deutschland noch so eine leicht anarchische Note. Nun sollen plötzlich deutsche Soldaten in den Irak, um den sog. Frieden zu sichern. Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Man hat das Gefühl, dass man der Apokalypse ein großes Stück näher gekommen ist.

Nun klingt „Peace Is Tough“ vom Sound her eher rau und grobkörnig. Manifestiert sich darin eine Ablehnung des üblichen Studio-Perfektionismus?

Eigentlich war das ein Versuch, so nah wie möglich an Babyface-Standard heranzukommen (lacht), oder weil wir mit 230 Volt arbeiten.

Nun zählte man ja in der Vergangenheit auch DJ Kaos zu Terranova. Wo ist der denn abgeblieben? Seit wann arbeitet ihr getrennt?

Der Kaos ist schon seit der ersten LP nicht mehr dabei. Wir sind zwar immer noch gut befreundet, waren uns aber musikalisch einfach zu ähnlich und haben uns so gegenseitig aufgehoben. Das ist, als würden in einer Band zwei Harfenspieler mitmachen – ziemlich überflüssig. So haben wir 80% unserer Zeit mit ästhetischen Diskussionen verbracht, was nicht gerade sehr produktiv war.

Neben deinen Alben hast du unzählige Remixe gemacht, auch von deinen eigenen Produktionen. Was ist daran so verlockend?

Entweder das Geld, oder die Musik selbst, das kommt darauf an. Remixen ist eben schon ein gewisser Luxus, den man sich zwischen den Albumproduktionen leistet. Ansonsten sind wir schon mit dem nächsten Longplayer beschäftigt, der im Februar auf Gigolo Records erscheinen wird.

 
 
 
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